Schaumburger Wochenblatt, 26.05.2004

"Kunst am Bauch" findet immer mehr Fans

Hobbykünstlerin aus Haste fertigt Gipsabdrücke / Eigener Internet-Auftritt

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HASTE (pd). Georgia Hindenburg liebt Bäuche. Und auch Hände und Füßchen von Säuglingen. Diese Körperteile sind sozusagen die bevorzugten Modelle für ihre Kunstwerke der besonderen Art. Die junge Frau aus Haste stellt Gipsabdrücke her, die kunstvoll bemalt oder effektvoll verziert immer mehr Anhänger finden. Ihre Lieblingsobjekte sind ohne Zweifel die Bäuche schwangerer Frauen. Damit hat eigentlich auch alles angefangen.

Die gelernte Zahntechnikerin machte während ihrer ersten Schwangerschaft mit normalen Gipsbinden die ersten mehr oder weniger gelungenen Versuche, ihren Bauch für die Ewigkeit festzuhalten. Die Anfänge waren nicht gerade viel versprechend, aber Georgia Hindenburg fand sich in ihrem Element.

Aus dem "Prototyp" entwickelten sich im Laufe von Monaten immer perfektere Abbildungen von Körperteilen, zumeist Bäuchen von Freundinnen, aber auch Füßchen und Hände von Neugeborenen. Immer mehr Frauen wurden auf die Kunst der jungen Mutter aufmerksam und bestellten eigene Objekte. Diese waren oft gedacht als Geschenk für Lebenspartner. Ihre Technik wurde immer ausgefeilter. Die Autodidaktin schafft mit Landschaften auf den Bauchabgüssen ausgefallene Objekte. Bei der Dekoration der Abgüsse sind ihrer und den Wünschen der Kunden kaum Grenzen gesetzt. Wer´s edel und zeitlos mag, der lässt den Abguss mit einem grauen Granitguss versehen. Verspielte Naturen stehen mehr auf knallige Farben oder Pop-Art-Stil. "Alles ist machbar", erklärt die Hobby-Künstlerin.

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Die Prozedur ist relativ einfach. Das "Modell" sitzt eine halbe Stunde lang still und lässt den entsprechenden Körperteil mit einer speziellen Gipsbinde umhüllen. Nach dem Aushärten der Hohlform wird diese mit einem kautschukähnlichen Material ausgegossen. Den letzten Schliff bekommen diese Abdrücke dann durch die Ausgestaltung mit Farben oder anderen gestalterischen Elementen wie Tüll, Blätterwerk oder Reliefmusterung. Viele Mütter lassen sich heute ein Piercing in den Bauchnabel des Gipsmodells einsetzen. "Das ist der letzte Schrei", so die Künstlerin. Natürlich bietet Georgia Hindenburg ihre Arbeit auch für diejenigen an, die entweder nur den Po oder nur eine Brust in Gips gegossen haben wollen. "In Gesprächen finde ich zusammen mit der Kunden immer das Richtige heraus", kann die 32-jährige aus ihrer vier Jahre dauernden Erfahrung als "Körper- Abformerin" berichten. Einer breiteren Öffentlichkeit stellt sie ihre Arbeit auf der Baby-Messe vor, die vom 4. bis 6. Juni in der Eilenriedehalle in Hannover stattfindet. Auf ihrem Stand wird sie nicht nur ansprechende Objekte präsentieren, sondern auch ausführlich über ihre Kunst Auskunft geben. Der Abguss eines Säuglingsfußes kostet auf einem Sockel ab 40 Euro. Wer sein Baby-Bäuchlein später als Gips-Abdruck im Schlafzimmer hängen haben möchte, muss dafür ohne Rahmen 100 Euro bezahlen. Für 20 Euro mehr gibt es eine ansprechende Umrahmung dazu.

Für die Abnahme des Abdrucks kommt die Künstlerin auch ins Haus. Die Ausgestaltung wird in jedem Falle in aller Ruhe in ihrem kleinen Atelier im Forstweg in Haste vorgenommen. Entweder hat sie dabei klare Vorgabe zu beachten oder sie lässt ihrer Kreativität freien Lauf. Die Kunst von Georgia Hindenburg findet immer mehr Liebhaber. Mittlerweile kann sie schon eine kleine Mappe vorzeigen, in der ihre Werke abgebildet sind. Und eine eigene Seite im Internet hat sie auch schon. Unter www.gipsbauch.de findet man ausführliche Informationen über die besondere Körperkunst der Georgia Hindenburg.

Schaumburger Nachrichten, 26.05.2004